Pflegeversicherung – Pflegerente

Pflegefall : Das unterschätzte Risiko
Positiv ist, die Menschen werden immer älter. Die Kehrseite, mit zunehmender Lebenserwartung
steigt auch das Risiko zum Pflegefall zu werden. In den nächsten 20 Jahren wird der Anteil der
Pflegebedürftigen um über 50 % wachsen, bis zum Jahre 2050 wird er sich sogar fast verdreifachen!
Nach den neusten Studien ist heute jede achte Frau mehr als 10 Jahre pflegebedürftig. Bei den Männern trifft das Schicksal immerhin jeden zehnten Mann.

Wie auch im Bereich der Berufsunfähigkeitsrente / Erwerbminderungsrente bietet die gesetzliche Pflegeversicherung nur eine finanzielle Grundabsicherung.
In Einzelfall sieht die staatliche Unterstützung wie folgt aus:

Staatliche Leistungen im Pflegefall :

                                ambulante       Pflege            stationäre Pflege
………………………Pflegesach-      Pflege-
………………………leistungen         geld

Pflegestufe I               450,-                 235,-                    1023,-
Pflegestufe II            1100,-                 440,-                    1279,-
Pfegestufe III            1550,-                 700,-                    1550,-
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

Stellt man hierzu die durchschnittlichen Kosten der Absicherung in der Pflegestufe III von 3300,-€ (Schleswig-Holstein) gegenüber, ist zu erkennen, dass noch ein Eigenaufwand von 1750,-€ offen bleiben. Ein derartiger Pflegefall kann somit relativ schnell ein mögliches vorhandenes angespartes Kapital oder auch vorhandenes Wohneigentum „auffressen“. Doch nicht nur der Pflegebedürftige selbst wird von Staat für die Differenzkosten zur Kasse gebeten.
In den ersten Jahren, der im April 1995 ins Leben gerufenen staatlichen Pflegeversicherung, waren in den meisten Fällen körperliche Einschränkungen Grund dafür ein Pflegefall zu werden. Mit zunehmender Anzahl an Pflegefällen, sind mit heutigem Datum die Altersdemenzerkrankungen immer mehr in den Fokus geraten. Die Demenz gehört zu den Erkrankungen, die einen sehr hohen Pflegebedarf erfordern. Oft fehlt es den Angehörigen, die sich dazu entschieden haben die häusliche Pflege zu übernehmen, aber an fachlichem Wissen und an Erfahrungen, wie mit der Verwirrtheit und der Vergesslichkeit des Pflegebedürftigen umzugehen ist. Es beginnt ein Strudel, im dem nicht selten der Pflegeperson die Kräfte ausgehen.
Es gibt drei fest geregelte Pflegestufen, die über die Schwere der Pflegebedürftigkeit entscheiden, die Pflegestufen I, II und III. Eine weitere Pflegestufe, die Pflegestufe 0, findet zwar im Allgemeinen von den Leistungsträgern eher keine Beachtung, wird aber bei Personen angewendet, die an einer Demenz oder ähnlichen Erkrankungen leiden und dadurch im erhöhten Maße Beaufsichtigt und Betreut werden müssen.

Die Einstufung der Pflegestufe erfolgt auf Antrag des Pflegebedürftigen durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK). Der MDK prüft innerhalb eines Begutachtungstermin, der dann beim Patienten stattfindet, über den Grad der Einschränkung und leitet ein entsprechendes Pflegegutachten an die Pflegekasse zur Genehmigung weiter. Gleichzeitig findet eine Entscheidung darüber statt, ob eine professionelle Pflege durch Pflegekräfte, oder aber eine häusliche Pflege von Familienangehörigen notwendig wird, oder ob möglicherweise eine stationäre Aufnahme erforderlich ist.
Den meisten Bürgern ist es allerdings nicht bewusst, dass auch die engeren Familienangehörigen im Pflegefall zahlen müssen. Diese Regelung tritt immer dann ein, wenn der Pflegebedürftige selber zahlungsunfähig ist und keine private Vorsorge getroffen hat. Allerdings wird hier den Angehörigen ein Selbstbehalt für Alleinstehende von bis zu 1.500 Euro und für Verheiratete von bis zu 2.700 Euro angerechnet.
In Kurzform für Sie eine Übersicht, wer im Pflegefall neben dem Pflegebedürftigen auch für die Kosten und die Finanzierung zur Rechenschaft gezogen werden kann:

Der Pflegebedürftige : Laut § 90 SGB XII –

mit seinen gesamten verwertbaren Vermögen. z.B. Barwerten, Sparbücher und Vermögenswerten, wie auch Haus oder Eigentumswohnung.

Der Ehegatte / Lebenspartner : Laut § 1608 BGB –

haftet in gleicher Weise wie der Bedürftige. Soweit dieser ohne Gefährdung seines angemessenen Unterhalts nicht haften kann, haften die Verwandten
vor dem Ehegatten / Lebenspartner.

Die Kinder : Laut § 1601 BGB –

Verwandte in gerader Linie sind verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren. Betroffen sind neben dem laufenden Einkommen der Kinder auch ihre Rücklagen.

Sichern Sie Ihr Vermögen wie auch das Ihrer Kinder !

Die beste Absicherung für diese Versicherungslücke finden Sie in Form einer privaten Pflegerentenversicherung.

Eine private Pflegerentenversicherung entspricht von der Kalkulation her der einer Lebensversicherung. Hierdurch erhält die Pflegerentenversicherung, im Gegensatz zu den Produkten einer Pflegekostenversicherung oder einer Pflegetagegeldversicherung, über die gesamte Laufzeit einen gleichbleibend stabilen Beitrag. Das Risiko einer unkalkulierbaren Belastung, durch im Alter steigende Beiträge ist somit ausgeschlossen.
Vergleichbar einer Berufsunfähigkeitsrente wird der Beitrag vom Versicherungsnehmer in den meisten Fällen als monatlicher Beitrag gezahlt. Die Höhe der Pflegerente ist abhängig von den jeweiligen Einnahmen der versicherten Person und sollte individuell ermittelt werden, um eine optimale Absicherung zu gewähren.

Zu den wichtigen Versicherungsleistungen einer Pflegerentenversicherung sollte unbedingt gehören:
– garantierte Leistung der Pflegerente, auch bei privater Pflege in den eigenen vier Wänden
– Volle Pflegerente, auch bei ambulanter Pflege
– freie Verfügbarkeit und somit freie Entscheidung
– stabile Beiträge über die gesamte Laufzeit
– Leistung in allen Pflegestufen und bei Demenz
– Anerkennung bei Vorliegen einer gesetzlichen Pflegestufe oder nach dem Punktesystem
– Abschluss bis zum 75.ten Lebensjahr möglich
– weltweiter Versicherungsschutz