Private Krankenversicherungen

Grundsätzlich muss zum heutigen Zeitpunkt jede Person in der Bundesrepublik Deutschland eine Krankenversicherung besitzen. Seit wann diese Versicherungspflicht besteht, ist abhängig davon, in welcher Krankenversicherung die Person zuletzt versichert war.

Für ehemals Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gilt diese Versicherungspflicht seit dem 01.04.2007, für ehemals privat Krankenversicherte seit dem 01.01.2009.

Doch wie ist die Situation für Personen, die gegenwärtig über die GKV versichert sind?
Je nach Einkommen und Familienstand kann es durchaus Sinn machen, über einen Wechsel aus der GKV in die private Krankenversicherung nachzudenken.

Eine Wechseloption besteht zum Beispiel für Angestellte und Arbeitnehmer, welche mindestens über ein volles Kalenderjahr, ein Jahresbruttoeinkommen oberhalb der sogenannten Versicherungspflichtgrenze aufweisen können. Die Versicherungspflichtgrenze wird jährlich an die durchschnittliche Lohn- und Gehaltsentwicklung angepasst und liegt aktuell für das Jahr 2012 bei 50.850,-€. Bruttoeinkommen im Jahr, was einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4237.50,-€ entspricht.
Beachten Sie bei der Berechnung Ihres Bruttojahresverdienstes bitte auch, dass Sie Ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld, sowie mögliche regelmäßige Bonuszahlungen mit einbeziehen.

Selbständige und Freiberufler können ungeachtet von der Höhe ihres Einkommens, nach Einhaltung einer Kündigungsfrist von zwei vollen Monaten bei Austritt aus der GKV, jederzeit in die private Krankenversicherung wechseln.

Zudem können beihilfeberechtigte Beamte, Beamtenanwärter, Beamte auf Probe, wie auch Studenten oder Ärzte im Praktikum den Wechsel in die private Krankenversicherung vollziehen.

Im Gegensatz zur GKV, wo die Beiträge abhängig vom Einkommen der versicherten Person errechnet werden, wird der Beitrag innerhalb der privaten Krankenversicherung über komplett andere Faktoren bestimmt und ist Einkommensunabhängig.

Ermittelt wird hier der Beitrag zum Tarif der jeweiligen Gesellschaft:
– (noch) über das Geschlecht
– über das Eintrittsalter
– über die gewünschten Versicherungsleistungen
– über den gewählten Selbstbehalt

Die zur Zeit bestehenden Beitragsunterschiede zwischen Mann und Frau werden ab dem 01.01.2013 aufgelöst. Ab diesem Zeitpunkt wird es nur noch die sogenannten Unisextarife geben, in dem der Beitrag zwischen den Geschlechtern keinen Unterschied mehr aufweisen wird.

Welche Leistungen eine private Krankenversicherung beinhalten sollte, ist abhängig davon wie Sie sich Ihren individuellen Versicherungsschutz vorstellen. Wenn man hier einmal einen zugegebener Maßen ungewöhnlichen Vergleich zu einer Kraftfahrzeugversicherung aufstellen möchte, gibt es den Standardschutz der „einfachen“ Haftpflichtversicherung, bis hin zur Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung.

Unterschiede wie die,
–    Unterbringung im Krankenhaus im Mehrbettzimmer oder im Zwei-/Einbettzimmer,
–    Behandlung mit allgemeinen Krankenhausleistungen über den Stationsarzt oder        Wahlleistung  privatärztliche Behandlung durch den ausgewählten Chefarzt und/oder einen Spezialisten,
–     schulmedizinische Versorgung oder tariflich einbezogene Leistungen durch einen Heilpraktiker oder besondere Leistungen aus dem Huflandverzeichnis,
–     ambulanten Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen gesetzlich eingeführter Programme oder Vorsorgeuntersuchungen über dem GKV-Niveau,
–    grundsätzliche ambulante Erstbehandlung durch den Hausarzt (Primärarztprinzip) oder die direkte Inanspruchnahme eines Facharztes,
–    erstattungsfähigen Gebühren innerhalb des Gebührenrahmens der GOÄ/GOZ (hier einen Link zu einer eigens erstellten Erklärung/Seite/Datei) oder die Erstattung der Gebühren auch über die Höchstsätze (3,5fach) der Gebührenordnungen, für die Bereiche der ambulanten, stationären Behandlungen wie auch der Zahnbehandlungen hinaus,
–    Zahnerstattungssätze bis zu 50% oder Zahnerstattungssätze über 80%,

sind nur ein Auszug aus der Vielzahl eines möglichen Leistungsbildes, die auf den monatlichen Beitrag Ihrer privaten Krankenversicherung Einwirkungen haben.
In der dann berechneten Prämie ist eine gesetzlich vorgeschriebene Altersrückstellung von 10% beinhaltet, die verhindern soll, dass im Rentenalter ein zu hoher Beitrag auf Sie zu kommt. Eine zusätzliche Absicherung gegen den Anstieg des Beitrages im Rentenalter kann über einen freiwilligen Tarif zur Beitragsentlastung hinzugezogen werden.

Selbstverständlich kann, wie dieses auch über die vergangenen Jahre in der GKV zu beobachten war, eine „inflationsbedingte“ Beitragsanhebung damit nicht ausgeschlossen werden.

Allerdings sind im Gegensatz zur GKV, sämtliche Versicherungsleistungen die Sie zu Beginn des Eintrittes in die private Krankenversicherung gewählt haben, vertraglich fest geregelt. Eine Leistungsminderung oder Leistungskürzung ist definitiv ausgeschlossen, so dass bis ins hohe Alter die gewählte ärztliche Versorgung fest verankert bleibt.
Unabhängig von den oben aufgeführten Punkten ist für die Versicherungsaufnahme in die private Krankenversicherung (PKV) ganz entscheidend der Gesundheitszustand der zu versichernden Person. Doch nicht jede bestehende (Vor-) Erkrankung bedeutet gleichzeitig sofortige Ablehnung zur Aufnahme in die PKV.

Gerne prüfen wir für Sie von Tarif zu Tarif durch eine sogenannte Vorabanfrage, Ihre persönlichen Aufnahmebedingungen, ohne das Ihre persönlichen Daten zugänglich für andere als die angeschrieben Gesellschaft werden.