Wohnungsbrand und Rauchmelder

Das Magazin VENTUS (Kronshagen) befragte den unabhängigen Versicherungsexperten Klaus Hebel, Hebel Assekuranz Makler, zu dem Thema Versicherungsschutz (Ausgabe 6/2011) :

VENTUS: Herr Hebel, die Versicherungen scheinen bei einem Schaden durch einen Zimmer- bzw. Wohnungsbrand ja sehr unterschiedlich in der Schadensregulierung beurteilen zu können. Wann zahlt denn nun die Versicherung und wann nicht?
Hebel: Die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung kann in Einzelfällen durchaus Leistungen kürzen oder streichen, wenn kein Rauchmelder installiert wurde. Mieter und Vermieter können entweder ganz oder zumindest Teile ihres Anspruchs auf Erstattung verlieren, wenn die Versicherung feststellt, dass ein funktionsbereiter Rauchwarnmelder dazu beigetragen hätte, den Schaden zu verhindern oder zu verringern.
Auch wenn es im Regelfall für die Versicherungen sehr schwierig
sein wird, diese so genannte Kausalität, also die Beziehung zwischen
Ursache und Wirkung festzustellen oder zu beweisen, sollte dieses Risiko nicht unterschätzt werden.

VENTUS: Wäre es denn von Nutzen, wenn innerhalb meiner Versicherung
die „Grobe Fahrlässigkeit“ mit versichert ist, da man es doch als grob Fahrlässig auslegen könnte keinen Rauchmelder installiert zu haben?
Hebel: Nun, selbst die Tatsache, dass  innerhalb der Hausrat- oder
Wohngebäudeversicherung auch die „Grobe Fahrlässigkeit“
mit im Versicherungsschutz eingeschlossen ist, schützt in diesem
Falle nicht, da die Versicherungen den Versicherungsschutz der
„Groben Fahrlässigkeit“ bei einer  Obliegenheitsverletzung grundsätzlich ausschließen können.

VENTUS: Das müssen Sie erklären.
Hebel: In den allgemeinen Vertragsbedingungen jeder beliebigen
Versicherungsgesellschaft ist verankert, dass die Versicherungsleistung der „Groben Fahrlässigkeit“  bei einer „schuldhaften Verletzung von gesetzlichen, behördlichen oder vertraglich vereinbarten Sicherheitsvorschriften gemäß § 25 VHB 2004–Fassung 2008“ ausgeschlossen ist.

Nehmen wir einmal als Beispiel das Bundesland Schleswig-Holstein. Hier
sieht das Bauordnungsamt, bzw. die Bauordnung vor, dass es nicht nur für
Neubauten Pflicht ist Rauchmelder zu installieren, sondern, dass AUCH
für vorhandene Wohnungen, bereits bis zum 31.Dezember 2010, eine
Nachrüstungspflicht vorgeschrieben ist/war. Grundsätzlich müsste somit in
jedem Haus, wie auch in jeder Wohnung ein Rauchmelder vorhanden sein.
Leider ist diese Tatsache den meisten Bürgern aber nicht bewusst.

VENTUS: Vielen Dank, Herr Hebel.
Das macht doch sehr nachdenklich.